Shivalik A335 (unser Haus) - kurz einfach nur: Shivalik - kann feiern und wie! Nachdem ich die House-Warming-Party letztes Wochenende ja leider verpasst habe, gings dieses Wochenende in die zweite Runde. Motto diesmal: Toga! Also haben wir uns schwarze Stoffbänder um die Schultern geworfen und selbsgemachte Lorbeerkranzimitate ins Haar gesteckt. Als ich solchermaßen würdevoll gekleidet in unser Wohnzimmer stolzierte, staunte ich nicht schlecht, lauter Leute und ich kenne niemand. Wahnsinn! Der Kühlschrank voller Bier und Rum - Es kann losgehen. Und es war ein rauschendes Fest bis in die frühesten Morgenstunden. Vom Partykeller bis zur Dachterrasse - ich liebe dieses Haus. Es ist teuer, unfertig, unkommunikativ (kein Internet), aber dann eben auch riesengroß, voller partywütiger Mitbewohnern und - hallo - es hat ne Dachterrasse: Muss ich mehr sagen? And it's our open house: Alle Türen offen, keine Schlüssel vorhanden! Sympathisch und bis dato unproblematisch!
Und dieses Wochenende musste das alles auch mal gebührend gewürdigt werden: Also habe ich ca. 90% des Restwochenendes auf dem Sofa verbracht, bei angenehmen Ventilatortemperaturen Schutz vor der wütenden Hitze gefunden und mich durch das letzte Drittel des tausendseitigen Wälzers gekämpft, der mich die letzten beiden Wochen in Atem gehalten hat: Shantaram. Die Lebensgeschichte eines Australiers, der aus dem Gefängnis flieht und im Exil zu einer Unterweltgröße in Bombay aufsteigt. Es ist einer der besten Romane, die ich je gelesen habe, ein klares, dennoch poetisches Englisch erzählt eine Geschichte, eine Biographie, die stets den Spannungsbogen auf dem Maximum hält ohne dabei doch dann und wann in interessante Details abzudriften, die ein reiches Bild dieses faszinierenden Stadt Bombay und den indischen Eigenheiten zeichnen. Ich muss dahin - auf jeden Fall! Und euch empfehle ich allen Shantaram zur Lektüre, falls ihr mal Zeit und Muse für ein längeres Buch habt. Es lohnt sich!
Vorerst steht allerdings nicht Mumbai auf dem Reiseplan, sondern wahrscheinlich Nepal und das Himalaya. Noch ist nichts entschieden und gerade heute erreichte mich die Nachricht, dass unsere Ferien vom IIPM vielleicht doch von zwei auf eine Woche schrumpfen. Aber ich habe keine Lust, diese Planänderung ernstzunehmen und habe entschieden, auf jeden Fall einen längeren Trip zu unternehmen. Was wäre denn, wenn ich schon gebucht hätte? Auf die Organisation hier jedenfalls kann man keinen Pfifferling setzen und deswegen hilft nur eines: Selbstständig entscheiden und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen! Mal sehen, was das IIPM mir diese Woche noch so auftischt: Gerade war ich in einer Vorlesung über Derivatives, Options and Futures. Ich dachte, es kann nicht schaden, sich mal ein bisschen näher mit den Begriffen des Investmentbankings auseinanderzusetzen. Stattdessen hätte ich mich mal vorher lieber mit den basics auseinandergesetzt, um in dem Begriffsdschungel den Überblick zu behalten. Die Vorlesung drehte sich jedenfalls um Beta-Hedging. Beta und Hedging - alles klar! Tja, so ein bisschen was habe ich dann doch verstanden. Der Betawert signalisiert die Stärke der Reaktion des Portfolios auf Marktveränderung und mittels kann der Betawert auf 0 gebracht werden. Das entspricht dann einer maximalen Portfolioabsicherung, gewährleistet mittels Termingeschäften, die sich invers zur Marktänderung verhalten. Macht Sinn, aber ob das dann wirklich eine hunderprozentige Sicherheit bietet, wie unser Prof. meinte - ich zweifle dran! Aber vielleicht habe ich auch mal einfach wieder die Hälfte missverstanden bei dem miserablen Akzent. Unser Favorit ist in dieser Hinsicht übrigens das schöne Wort "Questionnaire" - aus indischen Mündern klingt das wie: kuschnärr - und das soll ich dann nach über einem Jahr England verstehen. No way, lads!
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